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Die Wirkung von ABS

ABS verhindert verlässlich das Blockieren der Räder beim Bremsen. Damit wird eine der wichtigsten Sturzursachen wesentlich entschärft: Der Sturz durch ein blockiertes Vorderrad!

ABS-Bremsung mit dem Motorrad

ABS beim Motorrad gibt es etwa gleich lang wie im PKW-Bereich. Aber während ABS beim PKW sehr schnell Standardausstattung geworden ist, hat es beim Motorrad viel länger gedauert. Bis heute sind Motorräder ohne ABS erhältlich und erst in den nächsten Jahren sollen (hubraumabhängig) alle Neufahrzeuge mit ABS ausgeliefert werden.

Warum dauert die Einführung von ABS beim Motorrad so lange?
Die Gründe dafür sind

  • hohe technische Schwierigkeiten im Vergleich zum Auto,

  • Mehrgewicht (zu Beginn etwa 11 kg)

  • Mehrkosten (etwa 1000 Euro)

Die technischen Schwierigkeiten werden durch immer bessere Elektronik gelöst, das Mehrgewicht hat sich mittlerweile auf ca. 1 kg reduziert und die Mehrkosten sinken mit steigenden Stückzahlen. Damit dürfte der Trend zum ABS nicht mehr gestoppt werden.

Was kann der Fahrer heute von ABS erwarten?

Kurze Bremswege
Bei Bremsungen auf gerader Strecke (Motorrad ist aufrecht) kann durch die sofortige Vollbremsung von Vorderrad und Hinterrad in der Regel der bestmögliche Bremsweg erreicht werden.
Under optimalen Bedingungen (griffige Fahrbahn, mehrere Versuche) konnten gute Fahrer ohne ABS manchmal auch noch kürzere Bremswege erzielen als mit ABS. Bei den modernen ABS-Systemen gelingt das kaum noch; jedenfalls nicht in wirklichen Notbremssituationen.

Bremsen auf rutschiger Fahrbahn
Wenn das Motorrad aufrecht ist (keine Schräglage), schafft ABS die Vollbremsung auch dann, wenn die Bremsstrecke über Rollsplit, Bodenmarkierungen, nasse Stellen oder Kanaldeckel führt. Dabei kann es allerdings zu erheblichen Ein- und Ausfederbewegungen kommen.

Bremsen in der Kurve
Hier gibt es noch die größten Einschränkungen gegenüber dem PKW-ABS. In Schräglage reicht bereits eine Bremsstärke für das Wegrutschen des Rades und somit die Sturzgefahr aus, die nicht in den Blockierbereich führt.
Bei den ersten ABS-gebremsten Motorrädern war der Regelvorgang so hart, dass eine Notbremsung nur sturzfrei gelungen ist, wenn das Motorrad vor der Bremsung exakt aufrecht gestellt wurde.
Durch die immer bessere Regelung der modernen ABS, ist unter günstigen Bedingungen (griffige Fahrbahn, gute Reifen) auch eine ABS-Bremsung in Schräglage möglich. Der Trend zu besser regelnden ABS hält an und hat mit dem Schräglagen-ABS von Bosch einen weiteren Meilenstein erreicht. Das Problem ist aber eben, dass keine Garantie für eine sturzfreie Bremsung in Schräglage gegeben werden kann. Außerdem besteht auch noch das Problem des Aufstellmoments durch Bremsen in der Schräglage.
 

Gerhard Nigischer | 23.11.2013 11:20:10 | 0 Kommentare

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